Es ist dunkel im Heubruchsweg in Bad Bederkesa
–
zu dunkel. Selbst die Stellen, die
normalerweise immer beleuchtet sind, liegen schon um 20 Uhr im Schwarz der Nacht.
Eigentlich sollten um diese Uhrzeit noch die Straßenleuchten für gute Sicht sorgen. Doch
diese
streiken nun schon seit Wochen.
Ein Umstand, der die Anwohner aufbringt. Ludwig Augenthaler
kennt diesen Ärger sehr gut. Er ist bei der Stadt Geestland verantwort
lich für die Funktion der
Laternen. Seitdem die Probleme besteh
en, bekommt er täglich mehrere Anrufe und E-Mails zu
dem Thema.
„Ich kann die Leute gut verstehen. Defekte Straßenleuchten sind ärgerlich und ein Missst
and,
der gerade zu dieser Jahreszeit sofort ins Auge fällt. Wenn die Fehlerbehebung dann noch
etwas länger dauert, haben nur noch wenige Verstän
dnis für die Situation“, berichtet der
Verwaltungsmann.
Während man mit Augenthaler spricht, klingelt unablässig das Telefon.
„Die Leuchten
.
“
Seit
Ende des letzten Jahres arbeitet
er fast nur noch an der Straßenbeleuchtung der Stadt. Sogar
Heiligabend riefen ihn genervte Bürger an. Erst gab es Ausfälle in Langen, dann
in Bad
Bederkesa
, Imsum und auf dem Debstedter Büttel. In anderen Teilen Debstedts
leuchteten die
Laternen hingegen auch mal am Tag. Entsprechend groß ist die Aufregung unter den B
ürgern.
Aufregung, die Ludwig Augenthaler zu spüren bekommt.
„Bei dem Thema werden immer wieder Fakten, Annahmen und Gerüchte miteinander
vermischt. Mal ist die laufende Installation der intelligenten Steuerung an unseren
Straßenleuchten Schuld an den Ausfällen. Mal wollen wir von der Stadtverwaltung
angeblich
Strom sparen. Das ist in der Aufregung nicht immer rational.“
Der Grund für die Ausfälle ist in über 90 Prozent ganz einfach: Das Kabelsystem ist
in die Jahre
gekommen, die Jahreszeit nass. Die Folge: Kurzschlüsse. Da die Kabel unterirdisch verlegt
sind, gestaltet sich die Lokalisierung des Defekts oft langwierig
–
vor allem, wenn der Fehler
nicht reproduzierbar ist.
„Oftmals
funktionieren die Straßenleuchten problemlos, sobald wir die Sicherung wieder
einschalten. Doch sobald es an der defekten Stelle erneut feucht wird, fliegt die Sicher
ung
wieder raus. Ließe sich die Sicherung gar nicht wieder aktivieren, könnten wir uns an
die
schadhafte Stelle herantasten. Aber so grenzt die Suche oft an Detektivarbeit“,
weiß
Augenthaler.
Zudem spielt das Wetter nicht immer mit. Bei gefrorenem Boden kann dem unterirdischen
Kurzschluss nicht zu Leibe gerückt werden. Und in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr
waren viele Mitarbeiter von Tiefbauunternehmen im Urlaub. Im Moment rollen di
e Bagger in
Geestland wieder und bringen Licht in die Probleme mit den Straßenleuchten.
Wo es möglich ist, sollen die Kabel auch weiterhin repariert und nicht rundum erne
uert werden.
Dadurch will man seitens der Stadtverwaltung den Anwohnern Ausbaukosten ersparen. Doch
dass das teilweise 50 Jahre alte System bald nach und nach erneuert werden muss, daran
besteht kein Zweifel.
Zu
groß sind die bestehenden Mängel und der nachvollziehbare Wunsch
der Bürger nach einer funktionierenden Straßenbeleuchtung. Die Kosten werden dann zum Teil
auch von den Anliegern getragen werden müssen.
„Gefühlt ist es so, dass wenn wir
eine Stelle flicken, das Kabel woanders wieder einreißt. Das
geht so nicht mehr ewig weiter. An einigen Stellen muss man einfach sagen: ‚Kap
utt ist kaputt‘“,
sagt Augenthaler und nimmt den Hörer des schellenden Telefons ab. Ja, dass die Leuch
ten in
Langen wieder ausgefallen seien, wisse er, sagt Augenthaler in die Sprechmuschel und nickt
.
Zumindest der Kabelschaden im Kiebitzweg in Langen konnte gestern behoben werden. Quelle:https://www.geestland.eu.
.
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